Wer jemals ein gutes Handballspiel beobachtet hat, war unter anderem auch sicherlich begeistert von der stabilen und variablen Verfügbarkeit der Aktionen und Handlungen, insbesondere im defensiv-taktischen Bereich. Einstudierte Laufwege, gegenseitiges Absichern, Blockbildungen funktionieren ansatzlos mit höchster Präzision. Nicht die vielfältige Übungsauswahl, sondern der methodische Plan zeichnet einen guten Trainer aus, um seine Ausbildungsziele problemlos in die Praxis umsetzen zu können.
"Wer ein Ziel hat, findet einen Weg!", sagt man. Findet er den Weg allerdings nicht, dann sollte es sein Ziel sein, einen Weg zu bauen, den er dann beschreiten kann, um das Ziel zu finden! Damit der richtige Weg gefunden werden kann, müssen Grundätze und Prinzipien verstanden werden.
Prinzipien und Grundsätze der Defensivarbeit:
- Zoneneinteilung in der Defensive
- Überzahl und Absicherung der zentralen Zone
- Prinzip des Zusammengehens
- Zusammengehen, je näher zur eigenen Grundlinie
- Zusammengehen bei Ballverlust
- Prinzip des Pressing
- Prinzip der Inneren Linie
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"Die Null muss stehen ..."
Diese von Huub Stevens so kurz und prägnant formulierte Vorgabe haben mittlerweile auch viele andere Trainer übernommen. |
Absicherung der zentralen Achsen
Hat der Gegner den Ball, führt sein kürzester Weg zum Tor durch die zentrale Achse. Diese Zone muss also immer besetzt sein, sowohl in der Verteidigungslinie, als auch (wenn möglich) im Mittelfeld.
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Prinzip des Zusammengehens
- Zusammengehen bei Ballverlußt
- Zusammengehen, je näher zur eigenen Grundlinie
- Zusammengehen bei Ballverlus
Ziel:
- Enger Spielraum
- Größerer Gegnerdruck
- Größerer Zeitdruck für Spieler am Ball
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Merke:
- Je näher dem eigenen Tor, desto enger die Kette!
- Ab der 16er Linie gilt Manndeckung und es werden keine Spieler übergeben (Manndeckung).
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Innere Linie
Der gegnerische Spieler am Ball, der agierende Verteidiger, der absichernde Verteidiger und der Tormann bilden die "Innere Linie" zum Tor. |
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Im Rahmen der Raumdeckung bewachen die Abwehrspieler ihre Seite und spielen gegen den Stürmer, der gerade in der Nähe ist. Vorteil: Man muss weniger laufen und ist besser organisiert. Nachteil: Man muss die Augen aufmachen und das gesamte Spiel überblicken, statt stur demselben Gegner hinterher zu rennen. Raumdeckung auf allen Positionen auf dem ganzen Platz ist toll. Wenn man's kann. Wenn nicht, sollte man es lassen.
Ich habe selten groteskere Szenen gesehen, als jene in dem hilflosen Chaos bei den Altherrn SV Traktor Stans, nachdem der Trainer in der 3. Liga SüdSüdWest die Raumdeckung einführen wollte. Nicht, dass die Spieler zu dumm gewesen wären, aber sie hatten Fußball anders gelernt und mit einmal Training pro Woche war da nichts zu retten. Deshalb gilt die Regel: Wende nur jene Taktik an, die du selbst verstehst und wenn du in der Lage bist, sie in deiner Mannschaft auszubilden.