Dieser Beitrag stammt von Markus Plattner, Obmann des Jugend- und Breitensports beim TFV. Ich bin ihm für diesen Beitrag sehr dankbar, denn auch er gehört zur jener Gruppe der Funktionäre und Trainer, die stets bestrebt sind unsere Jugend mit neuen innovativen Ideen weiter zu bringen und gibt sein Fachwissen in einer besonders transparenten Art und Weise weiter.
Die Raumdeckung im Fußball, in ihrer authentischen Interpretation, trachtet danach, die Zusammenarbeit aller Mannschaftskomponenten zu optimieren. Die kollektive Leistungsfähigkeit muss in allen Kontexten des Spiels zum Ausdruck kommen. In jeder Phase des Spiels werden die Spieler in der Raumdeckung gefordert sein, die, räumlich und zeitlich gesehen, richtigen psychomotorischen Anpassungen, aufgrund ihrer situationsabhängigen Datenbearbeitungen, zu liefern.
Die primitive Mentalität, wonach sich ein Spieler nur einsetzt, wenn er in Ballbesitz oder in unmittelbarer Nähe desselben ist, ist überholt. Seit geraumer Zeit wurde herausgefunden, dass jeder einzelne Spieler im Durchschnitt der 90 Spielminuten den Ball nur für 1 bis 2 Min. berührt. Daraus folgt , dass wir, wenn man sich nicht während der anderen 88 Min. als Kollektiv im Spiel ohne Ball anstrengt, für einige zeit weiterhin von oberflächlichen taktischen Versuchen, statt von Sinn für Taktik, sprechen werden. Die zuerst Erwähnten haben nichts mit Taktik oder Strategie gemeinsam. Sie sind typisch für jene, die den Fußball von der Bank des Trainers aus wie ein Damespiel, also wie die richtige Anordnung der Spielfiguren, sehen. Taktik ist eine ganz andere Sache.
Phase 1: Der Ballbesitz
Die aktuelle Organisation der gegnerischen Mannschaft beeinflusst in dieser Spielphase Erfolg bzw. Misserfolg. Grundsätzliches Ziel ist es, die gegnerische Mannschaftsorganisation aufzubrechen und den Ball und die eigenen Spieler gezielt hinter möglichst viele gegnerische Spieler zu bringen. Die Mannschaft öffnet sich, um möglichst viel Raum für den Spielaufbau zu gewinnen (Auffächern aller Mannschaftsteile der Breite und der Tiefe nach)
Phase 2: Der Ballverlußt
Bei Ballverlust hingegen bestimmt die Organisation der eigenen Mannschaft den weiteren Spielverlauf. Um den Ball wieder zu erobern, muss sich die Mannschaft schnellstmöglich nach defensivtaktischen Gesichtspunkten organisieren (viele eigene Spieler hinter dem Ball) - ansonsten droht ein schneller Gegenangriff mit Torgefahr. Bei Ballverlust müssen alles Spieler schnellstmöglich die Grundpositionen der Aufstellung einnehmen. Dabei wird nach dem Prinzip der ´kurzen Laufwege´ umgeschaltet. Jeder Spieler nimmt die Position ein, zu der er sich gerade am nächsten befindet. Ziel ist es, schnellstmöglich die innere Linie zum Tor für den Gegner zuzustellen und eine Position hinter dem Ball einzunehmen.
Individualtaktische Maßnahmen des Spielers: - OFFA (von Werner Schwarz)
1.Orientieren 2.Fallen lassen 3.Formieren 4.Attackieren |
Phase 3: Gegnerischer Ballbesitz
Ballorientiert verteidigen: Kompakt zur Ballseite verschieben, den Raum um den Ball eng machen. Die ballferne Seite bleibt frei. Die Grundorganisation hinter dem Ball möglichst lange beibehalten, um geschlossen zu verteidigen.
Phase 4: Ballgewinn
Nun entscheidet wieder die in dieser Situation gegebene Organisation der gegnerischen Mannschaft. Sie agiert unmittelbar nach dem Ballverlust defensivtaktisch unorganisiert (viele Spieler vor dem Ball). Es muss das Ziel sein, dies für einen erfolgreichen Angriff auszunutzen.
Phase 5: Standardsituationen |
Barcelona-Liverpool.avi Film für Markus (download)